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Sandra Memmo

Ayurveda Spezialistin

" Wissen allein verhilft nicht zur Erkenntnis;

   es kommt darauf an, intelligent zu handeln. "

Isha Upanishad 14

Ayurveda ist die älteste uns überlieferte Medizin und entspringt der alt-indischen Heilkultur. Mit seinen entspannenden Synchronmassagen und vielfachen Ölbehandlungen, den hochwirksamen Pflanzenheilmitteln, den konstitutionsgerechten Empfehlungen für die tägliche Lebens-und Ernährungsweise, einfachen Yoga und Körperübungen, den intensiven Reinigungskuren und vieles mehr, stellt Ayurveda für jeden Menschen ein ganzheitliches Heilsystem dar, durch das er seine persönliche Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude erhalten und verstärken kann.

Im Ayurveda ist Schönheit und Wohlbefinden ein innerer und äußerer Ausdruck des ganzen Menschen: seiner persönlichen Ausstrahlung, innerer Liebe und Harmonie. Die Haut wird als Spiegel der Seele betrachtet und ist ein feinfühliges Abbild aller Funktionen und Organe im Körper. Ayurveda beschreibt dies wie folgt: "Entsprechend vedischer Philosophie ist es in Wahrheit die Seele in einem Menschen, zu der wir uns hingezogen fühlen und nicht seine vergängliche Hülle. Im weiteren lehrt Ayurveda, daß Schönheit mit einem ausgeglichenen Geist verbunden wird. Die psychische Ausstrahlung hängt mit der Aura oder Lakshana einer Person zusammen. Auch die Dosha ( Körperenergien Vata, Pitta und Kapha ) und Dhatu ( Körpergewebe ) müssen sich im Gleichgewicht befinden und Agni ( Verdauungsfeuer ) muß ausgeglichen funktionieren. Dann leuchtet der Teint geradezu und eine Person wirkt unbestritten schön."

Grundlagen des Ayurveda

Ayurveda Definition: Der Sanskritbegriff Ayurveda setzt sich aus den folgenden Silben zusammen : Ayus = Leben Veda = Wissen oder Lernen Ayurveda bezeichnet man somit als Wissenschaft vom Leben, die das Leben in seiner Gesamtheit betrachtet. Sie umfasst weitaus mehr als das, was man unter dem Begriff Medizin versteht. Neben der Heilung von Krankheiten, gibt sie uns die Möglichkeit anhand der Tridosha - Lehre, Eigenverantwortung für unser Leben zu übernehmen. Somit können wir neben dem Einsatz von natürlichen Arzneimitteln, auch in Form von einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise vollkommene Gesundheit erreichen.

Drei Energien bestimmen unser Leben

Prakriti - Die Lehre der Dosha und der Konstitution

Jeder Mensch wird im Ayurveda als ein einzigartiges Individuum angesehen. Um die Konstitution und deren Abweichung zu benennen bedient sich Ayurveda des Konzeptes der Dosha.Die drei Dosha Vata, Pitta und Kapha sind Körpersäfte oder Bioenergien auf der grob -und feinstofflichen Ebene der menschlichen Natur und bilden sich aus den fünf Elementen ( mahabhutas ) Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. In jedem Menschen wirkt nun eine bestimmte Kombination der Dosha, welche seine körperlichen Neigungen, Erscheinungsbild, Abneigungen sowie Krankheitsanfälligkeiten prägen.

Entsprechend dem vorherrschenden Dosha - Vata, Pitta, Kapha  - in Sperma und Eizelle zur Zeit der Befruchtung, sowie Nahrung, Jahreszeit, Zustand der Gebärmutter und Aktivität der werdenden Mutter, entstehen die 7 Arten von menschlichen Konstitutionen. Im Text finden Sie ein kurze Beschreibung der 3 Grundtypen. Die weiteren Mischtypen entnehmen Sie bitte der empfohlenen Literatur.

 
Elemente ( Mahabhutas )

Wirkung im Organismus

Bioenergien ( Dosha )
  Äther ( Akasha ) Leichtigkeit, Durchdringung, Weichheit Äther +
  Wind ( Vayu ) Bewegung, Aktivität, Rauhheit, Trockenheit Wind =

VATA

  Feuer ( Tejas ) Hitze, Verdauung, Leuchtkraft Feuer +
  Wasser ( Ap ) Feuchtigkeit, Schmierung, Klebrigkeit Wasser =

PITTA

  Erde ( Prithivi ) Stabilität, Kraft, Wachstum, Kompaktheit Wasser + Erde =

KAPHA
 


Der Vata - Typ

Vata ist das Bewegungsprinzip und setzt sich aus den Elementen Äther und Luft zusammen. Merkmale für einen Vata-Typen sind u.a. : Leichter Knochenbau, schlank, zierlich, trockene Haut, schwache Muskeln, hervortretende Knochen, Gelenke und Venen, wechselhaftes Wesen, Neigung zu unregelmäßiger Lebensführung. Reagiert geräusch - und berührungsempfindlich, hektisch, nervös, sprunghaft, ermüdet schnell und friert leicht. Vata Menschen sind sehr gesprächig, kreativ und reisen gerne . Neigung zu vegetativen Störungen (z. B. Schlafstörungen ), Krankheiten des Bewegungsapparates ( z.B. Arthrosen ) und zu  Verdauungsstörungen ( Blähungen und Verstopfung ).Vata Menschen benötigen einen geregelten Tagesablauf mit drei warmen, nährenden Mahlzeiten und viel Ruhe, sowie Entspannung, ausreichend warme Getränke ( Tee ), regelmäßige Ölmassagen ( 3 - 5 x pro Woche - eine Beschreibung zur Selbstmassage finden  Sie im Anhang ) und sollten alle kalten, blähenden und schwer verdaulichen Speisen, wie z. B. Kohl, Paprika, Pilze und Rohkost vermeiden. Der oft so unruhige Vata Mensch sollten Vetrauen und Ruhe in sich selbst finden.

Der Pitta Typ

Pitta ist das Umsetzungsprinzip und setzt sich aus den Elementen Feuer mit einem kleinen Anteil Wasser zusammen. Merkmale für einen Pitta-Typen sind u.a. : Mittelstarker Körperbau, warme, sensible Haut mit Neigung zu Rötungen, gut ausgeprägte Muskulatur, Intensität eines Wesens, Managernatur, kritisch, Tendenz zur Perfektion, stark ausgeprägter Hunger und Durst, guter Stoffwechsel, empfindliche Reaktion auf Chemikalien, ehrgeizig, rhetorisch begabt, ungeduldig, hitzig. Neigung zu Übersäuerung, Hautkrankheiten ( Psoriasis, Akne )und Infekten. Pitta Menschen überfordern sich ständig und leben dazu meistens sehr exzessiv. Sie sollten von der Ernährung alles säuernde, scharfe und ölige Nahrungsmittel meiden. Kühlende, bittere und herbe Nahrungsmittel sind statt dessen zu bevorzugen. Den Konsum von Alkohol, Fleisch, Weißmehl und Kaffee müssen sie unbedingt reduzieren. Ein Ausgleich zwischen Aktivität und Entspannung im Alltag ist eine wesentliche Aufgabe für den Pitta Menschen.

Der Kapha Typ

Kapha ist das Stabilitätsprinzip und setzt sich aus den Elementen Wasser und Erde zusammen. Merkmale für einen Kapha-Typen sind u.a. : Starker Knochenbau mit Neigung zu Übergewicht, heller Teint mit dicker, kalt-feuchter Haut, kräftiges, welliges Haar und starke Nagelsubstanz, träger Stoffwechsel, bedächtiges, erdverbundenes Wesen, langsame Auffassungsgabe, neigt zum Sammeln, lethargisch, tolerant, fürsorglich. Neigung zu träger Verdauung, Fettleibigkeit, Ödemen, Verschleimung und Cellulite.

Kapha Manschen neigen zu Trägheit und Bewegungsmangel. Sie sollten sich ein tägliches Bewegungsprogramm ( mind. 1/2 Std. ) vornehmen und zuviel Schlaf im allgemeinen vermeiden. Alle fetten, gebratenen und schweren Nahrungsmittel - insbesondere Süßspeisen und Milchprodukte  - sollten sie meiden und statt dessen leichte, herbe, bittere und anregende Speisen wählen. Sehr ratsam ist es, Zwischenmahlzeiten ausfallen zu lassen und abends nur eine Suppe oder gedünstetes Gemüse zu essen. Kapha Menschen sollten aktiv leben und sich täglich zu neuen Taten inspirieren lassen.

Anhand einer ausführlichen Konstitutionsbestimmung wird im Ayurveda der Grundtypus ermittelt und das gegenwärtige Ungleichgewicht festgelegt. Dies ist nicht mit einem vorgefertigten Fragebogen möglich, sondern nur in einem persönlichen Gespräch mit einem erfahrenen Therapeuten oder Arzt. Denn die Behandlung oder Massage soll in erster Linie das Ungleichgewicht beheben und diese kann sich von dem Grundtypus unterscheiden ( z. B Beispiel kann ein Vata-Typ ein Pitta Ungleichgewicht haben ) . Nach dieser Bestimmung bekommt die Person eine ausführliche ayurvedische Ernährungs- und Lebensberatung und es kann auch ein Behandlungsplan im präventiven, sowie im medizinischen Bereich mit konstitutionsgerechten Ölen erstellt werden.

Wie erkennen Sie seriöse Ayurveda Institute und qualifizierte Therapeuten ?

Vor jeder Ayurveda Massage müssen Sie zu Ihrer Konstitution, Beschwerden etc. befragt werden. Es genügt nicht, wenn Sie eigenständig einen Konstitutionsbogen ausfüllen. An einem Tag sollten Sie maximal eine Ayurveda Ganzkörpermassage ( z.B. Abhyanga ) und eine kleine Anwendung ( z. B.Kräuterbad oder Gesichtsmassage ) erhalten.

Es darf keine Ölmassage bei trägem Stoffwechsel ( Verstopfung ) und an den ersten Tagen der Periode durchgeführt werden. Es muß ein individuelles Öl ( Konstitutionskräuteröle ) für Sie ausgewählt werden. Es ist auch im Wellnessbereich nicht richtig, wenn grundsätzlich jede Person mit Sesamöl massiert wird. Vor dem Stirnölguß müssen Sie eine kurze anregende Massage erhalten, da der Blutdruck sonst zu stark abfallen kann. Nach dieser Anwendung erfolgt kein Schwitzbad und keine Sauna. Nach jeder Massage ist eine mind. halbstündige Ruhephase notwendig. Nach dem Duschen und Haare trocknen muß der Kopf vor Kälte, Zugluft und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Der Therapeut sollte Sie unbedingt darauf hinweisen.


Ayurveda im Alltag -
So kommen Sie endlich mit sich ins Reine

Durch lange erprobte Erfahrung gibt Ayurveda Hinweise auf gesundheitsförderndes Verhalten mit dem Ziel, das Gleichgewicht der Bioenergien Vata, Pitta und Kapha zu erhalten. Die Grundregel lautet : " Was immer wir selbst für uns tun können, um unsere eigene Gesundheit zu stärken, wirkt besser als das, was andere für uns tun. " Es ist notwendig, daß jeder von uns seine eigenen Lebensregeln findet, die zu seiner individuellen Konstitution passen. Dabei geht es nicht darum Dogmen zu vermitteln, sondern Hinweise zu vermitteln, eine entsprechende Sensibilität für uns selbst zu entdecken. Ein regelmäßiger Tagesrhythmus ist für die Erhaltung der Gesundheit und für die Weiterentwicklung von Körper, Geist und Bewußtsein unerläßlich, weil wir dadurch einen Zustand der Harmonie mit den Rhythmen der Natur erreichen.

Der tägliche Zyklus von Vata, Pitta und Kapha verläuft wie folgt :

 
6.00 - 10.00 Uhr




10.00 - 14.00 Uhr




14.00 - 18.00 Uhr




18.00 - 22.00 Uhr



22.00 - 2.00 Uhr



2.00 - 6.00 Uhr

 

Bewußt in den Tag starten :

Aufstehen :

Die optimale Zeit ist zwischen 4.00 Uhr und 6.00 Uhr, nach 6 - 8 Std. Schlaf. Wir sollten den Tag beginnen mit dem Anblick eines schönen Bildes und positiven Gedanken.

Entleerung von Darm und Blase :

Die Peristaltik des Darms wird angeregt, wenn man vor dem Aufstehen für einige Zeit auf der linken Seite liegt. Es sollte kein Druck auf den Darm ausgeübt werden. Möglicherweise hilft ein Glas warmes, abgekochtes Wasser zur Anregung der Darmperistaltik.

Mundhygiene :

Nach dem Zähneputzen wird mit einem feinen Kräuterpulver aus Trikatu, Triphala und Honig oder einer Ayurveda Kräuterzahnpaste mit Hilfe der Finger bzw. Zahnbürste das Zahnfleisch und Zähne vorsichtig gereinigt.

Anschließend wird mit Hilfe eines Zungenschabers aus Kupfer, Silber oder Stahl der Belag und Schmutz von der Zunge entfernt. Dies erfolgt auf nüchteren Magen. Anschließend soll der Mund mit Wasser gespült werden. Die Mundpflege schützt vor Erkrankungen des Mundes, der Zähne, des Halses und sensibilisiert den Geschmackssinn.

Augenpflege

Die Augen sollten mit kaltem Wasser, im Winter mit lauwarmen Wasser befeuchtet werden. Um überschüssige Sekrete zu reinigen kann man wöchentlich eine Paste z.B. Kajal aus Ghee benutzen.

Nasenpflege

Die Nase mit Wasser und Fingern reinigen, schneuzen. Dann mit etwas warmen Sesamöl spülen und die Naseninnenseite massieren. Die Behandlung sorgt für eine gute Stimme, für eine optimale Funktion der Sinnesorgane, für eine gute Gesichtshaut.

Gurgeln

Gurgeln kann mit warmen Wasser, arzneilichen Ölen oder Sesamöl durchgeführt werden. Es schützt vor trockenen Lippen, einem trockenen Mund und hält Zähne, Zahnfleisch und den Hals gesund.

Selbstmassage

Ayurveda empfiehlt täglich ( morgens oder abends ) für alle, außer bei Kapha-Störungen und schwacher Verdauung, eine leichte Massage mit Öl vor dem Duschen oder Baden. Beschreibung siehe Anhang. Personen mit ausgeprägter Kapha-Struktur können anstatt Öle Garshanhandschuhe ( Seidenhandschuhe )für die Massage benutzen.

Haarwäsche

Beim Haarewaschen sollte darauf geachtet werden, daß kein heißes Wasser benutzt wird, da dies Haarausfall, frühzeitiges Ergrauen und Augenleiden begünstigen kann.

Zusätzlich sollte mit Ayurveda -Kräuterhaarölen ,Basis  Sesamöl im Winter und Basis Kokosöl im Sommer, geölt werden. Ungefähr 1 Std. einwirken lassen und anschließend mit trockenen Pulvern oder Naturshampoo entfernen.

So kommt Bewegung in Ihr Leben...

 Yoga , Körperübungen

Yoga und mäßige Sportarten gehören zum täglichen Gesundheitsprogramm. Generell empfiehlt die ayurvedische Heilkunde, man sollte beim Körpertraining nur die Hälfte der eigenen Kraft einsetzen. Ein guter Anhaltspunkt ist, so lange zu trainieren, wie durch die Nase ein - und ausgeatmet werden kann. Von Überanstrengung wird grundsätzlich abgeraten. Für Vata-Konstitutionen gelten ruhige Trainingsarten wie z. B. Yoga, Qi Gong, spazierengehen, Schwimmen Für Pitta Konstitutionen gelten mäßige Trainingsarten wie z. B. Schwimmen, Walking, Aerobic, wandern, Teamsportarten etc. Für Kapha-Konstitutionen empfehlen sich anregende Trainingsarten wie z. B. verschiedene Ballsportarten, Jogging, Reiten, Boxen, Fahrradfahren, Tennis etc.

Yoga-Übungen werden für alle Typen empfohlen.

Morgenandacht / Meditation

Jeden Morgen sollte man sich etwas Zeit nehmen, in sich zu gehen in Form einer Meditation, eines Gebetes oder rituellen Handlungen. Ayurveda macht diesbezüglich keine Vorschriften.


Text © Sandra Memmo - Clinical Ayurveda Specialist - Starnberg
 




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